Dachau: Traditionswirtschaft Fischer macht wieder auf - Merkur.de

Letztes Jahr machte der Pächter des Hotels Fischer, Michael Groß, Schluss. Rund ein Jahr stand das Haus still. Doch jetzt hat das Hotel und die Tafernwirtschaft mit der Familie Rettinger aus Feldmoching neue Pächter – und die hat einiges erneuert.
Dachau – Auf den Gängen stehen Kisten, rote herausgerissene Teppiche liegen auf dem Boden. Es riecht nach frischer Farbe. Noch. Bis zum 24. August soll das alles entsorgt sein. Dann macht das Hotel Fischer nach einem Jahr Stillstand wieder auf.
Die neuen Pächter der Wirtschaft und des Hotels sind Ludwig und Sandra Rettinger aus Feldmoching. Von 2010 bis Anfang dieses Jahres hatten sich noch den Feldmochinger Hof gepachtet. Doch mit dem Verpächter habe es wegen der Coronakrise einige Probleme gegeben. Er habe die Pacht nicht stunden wollen. „Streiten kann man sich ja“, meint Ludwig Rettinger. „Doch das Schlimmste war, dass sie sich mit uns nicht an einen Tisch gesetzt haben.“
Darum beschlossen die beiden, ihre Zelte in Dachau aufzuschlagen. „Wir haben erfahren, dass das Fischer leer steht“, sagt er. „Im April kam es dann zum ersten Kontakt mit der Eigentümerin.“
Das Haus gefiel ihnen. Allerdings wollten die beiden das Hotel und die Tafernwirtschaft nur pachten, wenn die Gästezimmer renoviert werden. „Das ist wichtig, um konkurrenzfähig zu bleiben“, sagt Rettinger. Die Hauseigentümerin sagte zu. Seit Juli sind die Bauarbeiten im vollen Gange.
Alle 29 Zimmer werden rundum erneuert: neue Teppiche, neue Betten, Möbel und Sanitäranlagen. Der Stil des Hotels: modern. 70 Prozent der Kosten trägt die Eigentümerin, 30 Prozent die Familie Rettinger.
Ein größeres finanzielles Risiko zu Corona-Zeiten sieht Ludwig Rettinger schon. Allerdings bestehe ein gewisses unternehmerisches Risiko gerade im Gastrobereich immer, egal zu welcher Zeit.
Im Gastraum der Tafernwirtschaft ändert sich nicht viel. „Nur die Lampen und das Innenleben der Schänke werden erneuert“, sagt Sandra Rettinger. „Wir wollen den traditionellen Charakter erhalten“, ergänzt ihr Mann. Dem Einrichtungscharakter entsprechend ist die Speisekarte des Fischers gut-bürgerlich. „Ein Wirtshaus für jeden eben“, betont der neue Wirt. Wer kommt, soll sich daheim fühlen.
Auch Schwester und Eltern packen mit an
Die beiden werden sich selbst um die Tafernwirtschaft kümmern. „Ich stehe zum Teil in der Küche, meine Frau leitet den Service“, sagt Rettinger. Einige seiner langjährigen Mitarbeiter aus dem Feldmochinger Hof nimmt er mit nach Dachau. Die Schwester von Sandra Rettinger leitet künftig das Hotel. „Wir sind im Grunde ein Familienbetrieb, weil auch meine Eltern noch mithelfen“, sagt die Pächterin.
Und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Ihre drei Kinder, Alexander, Ludwig und Magdalena, wachsen mit dem Hotel- und Gaststättenbetrieb der Eltern auf. Familie und Arbeit lassen sich laut Sandra Rettinger gut vereinbaren.
Weitere Infos zum neuen Hotel Fischer gibt es auf der Internetseite unter www.hotelzumfischer.de.
August 17, 2020 at 12:33PM
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Speisekarte
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